05.12.2012

5. Türchen

05.12.2012

Amüsiert, wie es schien, hatte der schwarze Kater das ganze Geschehen von Anfang an beobachtet. Nachdem der winzige Gnom, mit dem aufgeregt hin und her wackelnden Bart, Feline mit sich aus der Tür geschleift hatte, hatte er sich zuerst ausgiebig gestreckt. Dann, gemächlich, als hätte er alle Zeit der Welt, hatte der Kater mit den wachen grünen Augen, seinen Beobachterposten verlassen und war voller Eleganz und Anmut, wie es nur eine Raubkatze konnte, von dem Mauervorsprung gesprungen, auf dem er ausgeharrt hatte.
Seine Umgebung immer im Auge behaltend war er langsam und nahezu unsichtbar an die frische Fährte herangepirscht. Es hatte nicht mehr als ein paar Mal Luft zu holen gebraucht, um die Spur aufzunehmen.
Er roch die scharfe Aufgeregtheit des Gnoms, mit einer süßen Note von Felines Verwirrtheit. Genüsslich ließ er die Aromen auf der Zunge zergehen, bevor er sich das Maul leckte. Diese Geste und nicht zuletzt, die reinweißen menschlichen Zähne im Maul des Tieres ließen es allzu menschlich wirken.
Erneut witterte der Kater an der Spur und sah sich um, dann verschwand er mit großen Sätzen in den langen Schatten, der turmhohen Gebäude. Das Einzige, was von ihm, wenigstens für kurze Zeit, zurückblieb, war der amüsiert kichernde Laut, der langsam vom Wind davon getragen wurde.
Der Gnom und die Magierin, das würde interessant werden.
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04.12.2012

4. Türchen

04.12.2012

Es funkelte und blinkte, glitzerte und strahlte, den Kristallwald bei Weitem übertreffend: eine riesige Stadt aus bunter, gleißender Magie! So dicht komprimiert, dass Menschen darauf laufen konnten, wie auf Erde oder Stein. Wohin man auch sah, überall standen ätherische Gebäude, verliefen ätherische Straßen und funkelten Schlieren von sich lösender Magie, die sich sogleich wieder verfestigten. Feline traute ihren Augen kaum, ebenso wenig der Kraft, die sie durchströmte. Dieser Ort war fast noch eindrucksvoller als Nephele.
Sie bemerkte, dass es dort nicht schneite. Es war wie der Zugang zu einer anderen Welt. Mitten im Wald. Die Astralwelt konnte es allerdings nicht sein. Keine der Personen, die sie erkennen konnte, sahen denen ähnlich, die sie seit ihrem Stirnschmuck wahrnehmen konnte. Sie alle hatten eine feste, klar definierte Form. Eben wie normale Menschen. Es waren keine Geister darunter.
„Tut nicht so, als wäret ihr noch nie hier gewesen, Kleines...“, riss der Gnom, der ihren Gesichtsausdruck gesehen hatte, sie aus ihren Gedanken.
Wovon redete das Männchen?
„Ihr irrt Euch Eurig. Ich war noch nie hier. Das wüsste ich doch...“, versuchte Feline klarzustellen, doch das Männchen brach nur in lautes Gelächter aus und zog sie erneut mit sich, direkt durch die Öffnung, hinein in diese seltsam anmutende Welt.
Was sie nicht merkten, war die schwarze Katze, die ihnen seit Anfang an gefolgt war, und die nun ebenfalls durch die Pforte huschte.

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03.12.2012

3. Türchen

03.12.2012

Das ungleiche Paar bahnte sich den Weg durch den dichten Schnee. Die Flocken wurden immer dicker und die Äste der Bäume um sie herum bogen sich gefährlich unter ihrer schweren, weißen Last. Feline musste sich immer wieder ducken, damit sie ihr nicht ins Gesicht schlugen. Der Gnom, der sie immer noch an der Hand mit sich zog, achtete nicht auf sie und schien auch keine Anstalten zu machen ihr erklären zu wollen, was er vorhatte.
Wohin brachte er sie nur? Feline wusste nicht, wie lange sie nun schon unterwegs waren. Das Knirschen ihrer beider Schritte dröhnte in ihren Ohren und langsam merkte sie, wie ihre Kräfte schwanden und die Kälte unaufhaltsam in ihre Glieder stieg.

Gerade als sie meinte zusammenzubrechen, hielt das Männchen so abrupt an, dass sie fast mit ihm zusammenstieß.
„Hier sind wir, wir sind da!“, rief Eurig erfreut.

Feline blickte sich um, doch alles, was sie sah, war ein undurchdringbares Geflecht von Ästen, direkt vor sich. Die Kristallbäume waren dort so verschlungen, dass es fast wie von Hand gewebt aussah. Sie konnte sich keinen Reim daraus machen. Bis Eurig plötzlich seine Hände in die Luft reckte und einige unverständliche Worte sprach. Schon kam Bewegung in das Gebilde und die Äste zogen sich zurück, bis ein mannshohes Loch, mitten im Kristallwald entstanden war.

Was Feline dahinter erblickte, verschlug ihr den Atem.

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02.12.2012

In welcher Form liest Du ein Buch am liebsten?

Diese Frage stellen wir gerade auf Facebook.
Wer will kann mitmachen!

--> Wie liest Du ein Buch am liebsten? <--

Welche Antwortmöglichkeiten gibt es? Schau doch nach! :D

Liebe Grüße
Sam

2. Türchen


02.12.2012

„Auauauauauau! Kein Überfall Ihr Doofchen!“, jaulte eine quäkende Stimme unter ihr. „Immer das Selbe... Ich werde es nie verstehen! Merkt Euch, man sollte auch immer nach UNTEN sehen, wenn man die Türe öffnet! Was ist denn daran so schwer...“
Feline erblickte eine schimpfende, kleine Gestalt, die sich den winzigen Fuß rieb. Das Männchen ging ihr gerade mal bis zu den Knien, war leicht untersetzt und in eine dicke, grüne Robe gehüllt. Seine Haare waren grau und lagen ungeordnet um seinen Kopf herum. Als dieser... Wichtel... sie nun missgelaunt mit seinem zahnlosen, vernarbten Gesicht ansah, kam er Feline ungeheuer vertraut vor. „Was starrt Ihr denn so Kleines? Habt Ihr noch nie einen Gnom gesehen?!“

„Äh, ich... um ehrlich zu sein, nein. Ich... Was...“
„Jaja, auch immer das Selbe. Die Menschen vergessen uns, sobald sie uns nicht mehr sehen. Aus den Augen aus dem Sinn. Nun gut Kleines, vergessen wir diesen ungemütlichen Auftakt.“ Das Männchen richtete seine struppigen Haare, versuchte es zumindest, und streckte die Brust heraus, in dem Versuch elegant zu wirken. „Darf ich mich vorstellen... Meister Eurig. Zu Euren Diensten, Mylady.“ Er verbeugte sich so tief, dass seine Nase fast im Schnee versank.

„Äh, schön Euch kennenzulernen Meister Eurig. Was kann ich für Euch tun?“, fragte Feline vorsichtig. Immer noch konnte sie sich keinen Reim aus dem Besuch machen. Besuch...! „Oh, verzeiht meine Unhöflichkeit. Wollt Ihr nicht herein kommen?“
„Nein, nein, keine Zeit Kleines. Wir müssen los. Kommt!“

„Was? Wohin? Warum? Hä?“
„Keine Zeit für Fragen, los!“ Schon packte sie das Männchen mit seiner winzigen Hand und zog sie unerwartet kräftig mit sich, hinaus in den Schnee...

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01.12.2012

Buch-Trailer in Planung

Unser erstes Video zu unserem Buch ist in Planung. Das Storyboard steht und der Inhalt dazu ist in Vorbereitung. Ein bisschen wird es noch dauern, da unser all-round Talent Cubehero zur Zeit an einem neuen Projekt arbeitet und dazu noch mit dem Erfolg von "Dream of the Blood Moon" beschäftigt ist!
Aber wir freuen uns für ihn, er hat's verdient! <3
Ich mache ihm auch nur manchmal ein schlechtes Gewissen - natürlich nicht mit diesem Blog-Eintrag, nein!
Die Bilder werden wir schon noch bekommen! ;D

Ganz liebe Grüße, vor allem an Cubehero
Sam + Dennis

1. Türchen


01.12.2012

Feline saß gedankenverloren am Fenster der gemütlich warmen Stube. Hinter ihr knisterte das Feuer im Kamin und etliche Kerzen tauchten den Raum in ein angenehmes Licht. In der Hand hielt sie einen Becher mit heißem Gewürzwein, der fröhlich vor sich her dampfte und köstlich roch.
Die junge Magierin seufzte entspannt und beobachtete, wie ihr Atem das Fensterglas zum beschlagen brachte. Draußen war es bitterkalt, Schnee fiel in dicken, weißen Flocken vom Himmel und abertausende Eiskristalle funkelten an der Scheibe um die Wette.

‚Wie in einem Märchen...‘, dachte Feline, als sie plötzlich durch ein zweifaches Klopfen an der Tür aus ihren Gedanken gerissen wurde. ‚Tock Tock‘. Wer konnte das zu dieser späten Stunde sein? Sie erwartete niemanden.
Neugierig ging sie zur Tür und legte vorsichtig ein Ohr an das Holz, um zu lauschen. Genau in diesem Moment klopfte es erneut zweimal. Nur diesmal wesentlich lauter. ‚TOCK TOCK‘

„Au...“ Feline rieb sich das Ohr, dann öffnete sie mürrisch die Pforte. Wer auch immer der Besucher war, er war ungeduldig und dies gefiel ihr nicht. „Was?! Wer...“, fing sie an, doch zu ihrem Erstaunen war weit und breit niemand zu sehen. Blinzelnd sah sie sich um. Sie hatte sich mit Sicherheit nicht verhört und Streiche spielende Kinder gab es hier draußen auch nicht.
„Oh nein, ein Überfall!“, platzte es aus ihr heraus, doch als sie die Tür eilig zuwerfen wollte, blockierte etwas diese.
 
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