Und da ist er... im 23. Adventskalender-Türchen:
Damien! In Stärke unüberwindbar...
Bloß... wer bitte könnte denn hinter dem morgigen Türchen stecken?
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23.12.2013
28.08.2013
Back on Track
Buch 2 von DieZweiSeiten macht endlich Fortschritte!
Die Ideen sind brandneu, spannend, aufregend und der Plot nimmt wunderbare Formen an. Es wird geschrieben, korrigiert und ausgedacht!
Wir wissen - wie immer - noch nicht wohin genau uns die Reise diesmal führt.
Wichtig ist nur:
Die Reise geht weiter!
Yeah!
Musengeküsste Grüße
Sam und Dennis
Die Ideen sind brandneu, spannend, aufregend und der Plot nimmt wunderbare Formen an. Es wird geschrieben, korrigiert und ausgedacht!
Wir wissen - wie immer - noch nicht wohin genau uns die Reise diesmal führt.
Wichtig ist nur:
Die Reise geht weiter!
Yeah!
Musengeküsste Grüße
Sam und Dennis
26.04.2013
"Was wenn Frauen die Welt regierten"
Gerade habe ich eine BBC Reportage über dieses Thema gelesen.
Was, wenn Frauen die Welt regierten?
Wäre dann alles besser?
Gäbe es weniger Kriege?
Das ist eigentlich genau das Thema, worum es in "Die zwei Seiten einer Münze" geht. Die unterschiedlichen Ansätze von Frau und Mann.
Darüber habe ich mir schon des Öfteren Gedanken gemacht.
Ich als Frau bin natürlich zu dem Schluss gekommen: Ja, alles wäre besser!
Na gut, um ehrlich zu sein stimmt das so nicht. Ob Frau oder Mann, die weiblichen Eigenschaften sind es, die die Welt zu einem besseren Ort machen würden. Nicht das Geschlecht einer Person ansich.
Denn ich bin keineswegs der Meinung alle Frauen seien Heilige und alle Männer seien böse. Oh nein, kein bisschen. Aber wie in unten gelinkter Reportage, bin ich der Meinung, dass wenn man WIRKLICH Frieden in der Welt möchte oder wirklich einen Konflikt lösen möchte, dann geht das nachhaltig NUR mit Kommunkation, Verstehen und Kompromissen.
Keinesfalls mit Gewalt. Sonst hätten wir ja nach all den Kriegen heute Frieden in der Welt, oder? ;)
In unserem Buch werden die Unterschiede dieser männlichen und weiblichen Attribute durch Damien und Velvet verdeutlicht. Damien im Norden, einer sehr männlichen Welt, groß geworden, geht fast immer zuerst den Weg des Angriffs. Es wird nicht groß geredet, es wird mit den Fäusten, bzw. den Waffen entschieden. So ist Cathal, der Norden, nun mal.
Das heißt nicht, dass die Menschen dort böse sind. Aber sie kämpfen. Ob Clan gegen Clan oder untereinander. Dinge werden mit dem Kampf geregelt. Das Leben ist rau.
Velvet hingegen ist aus Thuraya. Einer Welt voller Frieden, Verständnis, Einsicht und ganz und gar dem Streben nach Weisheit verschrieben. Auch dort gibt es Probleme, doch werden sie durch Diplomatie gelöst. Niemals durch Kampf. Auch wenn im Falle von Thuraya die mächtigsten Magier leben und das Land durchaus die Fähigkeit besitzt, sich zu verteidigen. Doch das mussten sie noch nie. Das Leben dort ist friedlich und angenehm.
Natürlich sind das fiktive Orte, Charaktere und Geschichten. Ganz klar.
Aber meine Erfahrungen im echten Leben haben gezeigt, dass wenn ich mit Männern über Frieden, Krieg und Konflikte rede, sind Männer meistens für die Handhabe, einfach alles wegzubomben und zu zerschießen. Einzusperren, leiden zu lassen, mit der Faust auf den Tisch zu hauen und überhaupt, einfach im Recht zu sein und dies unter allen Umständen klarzustellen, koste es, was es wolle. Und sie lassen sich nicht davon abbringen.
Frauen hingegen finden meistens, dass man erst einmal verstehen sollte. Reden sollte. Alle Gesichtspunkte bedenken sollte und vor allem die Unschuldigen schützen sollte. Nicht klein beigeben! Aber auch nicht mit der Tür ins Haus fallen. Und Frauen, die eher den männlichen Ansatz bevorzugen, stehen der "weicheren" Seite weitaus offener gegenüber.
Meiner Meinung nach, wir es Frieden nur durch gegenseitiges Verstehen und liebevolles Aufeinanderzugehen geben. Und das sind eindeutig weibliches Attribute. Doch auch Männer können diese Attribute haben! Oder Frauen diese eben nicht...
Deswegen stimmt es eigentlich nicht, dass wenn Frauen regieren würden, die Welt ein besserer Ort wäre.
Aber es stimmt, dass wenn mehr Menschen oben genannte Attribute hätten - vor allem unsere in der Mehrheit männlichen Regenten - dann wäre die Welt eindeutig ein besserer Ort.
Es braucht nicht Frauen, die sich wie Männer aufführen müssen, um etwas zu erreichen. Es braucht Frauen, die sich wie Frauen verhalten und genau diese Eigenschaften in die Welt hinaustragen.
Denn eine Frau, die keine Rücksicht auf andere nimmt ist kein Stück besser als ein Mann, der dies nicht tut. Eine Frau, die einen Krieg befiehlt, ist nicht besser als ein Mann der Gleiches tut.
Mein Fazit, seit jeher ist es: "Put a little love in your heart and the world will be a better place"
(Song von 1968, Jackie DeShannon und 1988 Annie Lennox und Al Green)
Hier geht's zum Auslöser für diesen langen Post. Die BBC Reportage, leider nur in Englisch!
BBC Reportage in Englisch
Danke für's Lesen!
Eure Meinung hierzu ist gern gesehen ;)
Liebe Grüße
Sam
Was, wenn Frauen die Welt regierten?
Wäre dann alles besser?
Gäbe es weniger Kriege?
Das ist eigentlich genau das Thema, worum es in "Die zwei Seiten einer Münze" geht. Die unterschiedlichen Ansätze von Frau und Mann.
Darüber habe ich mir schon des Öfteren Gedanken gemacht.
Ich als Frau bin natürlich zu dem Schluss gekommen: Ja, alles wäre besser!
Na gut, um ehrlich zu sein stimmt das so nicht. Ob Frau oder Mann, die weiblichen Eigenschaften sind es, die die Welt zu einem besseren Ort machen würden. Nicht das Geschlecht einer Person ansich.
Denn ich bin keineswegs der Meinung alle Frauen seien Heilige und alle Männer seien böse. Oh nein, kein bisschen. Aber wie in unten gelinkter Reportage, bin ich der Meinung, dass wenn man WIRKLICH Frieden in der Welt möchte oder wirklich einen Konflikt lösen möchte, dann geht das nachhaltig NUR mit Kommunkation, Verstehen und Kompromissen.
Keinesfalls mit Gewalt. Sonst hätten wir ja nach all den Kriegen heute Frieden in der Welt, oder? ;)
In unserem Buch werden die Unterschiede dieser männlichen und weiblichen Attribute durch Damien und Velvet verdeutlicht. Damien im Norden, einer sehr männlichen Welt, groß geworden, geht fast immer zuerst den Weg des Angriffs. Es wird nicht groß geredet, es wird mit den Fäusten, bzw. den Waffen entschieden. So ist Cathal, der Norden, nun mal.
Das heißt nicht, dass die Menschen dort böse sind. Aber sie kämpfen. Ob Clan gegen Clan oder untereinander. Dinge werden mit dem Kampf geregelt. Das Leben ist rau.
Velvet hingegen ist aus Thuraya. Einer Welt voller Frieden, Verständnis, Einsicht und ganz und gar dem Streben nach Weisheit verschrieben. Auch dort gibt es Probleme, doch werden sie durch Diplomatie gelöst. Niemals durch Kampf. Auch wenn im Falle von Thuraya die mächtigsten Magier leben und das Land durchaus die Fähigkeit besitzt, sich zu verteidigen. Doch das mussten sie noch nie. Das Leben dort ist friedlich und angenehm.
Natürlich sind das fiktive Orte, Charaktere und Geschichten. Ganz klar.
Aber meine Erfahrungen im echten Leben haben gezeigt, dass wenn ich mit Männern über Frieden, Krieg und Konflikte rede, sind Männer meistens für die Handhabe, einfach alles wegzubomben und zu zerschießen. Einzusperren, leiden zu lassen, mit der Faust auf den Tisch zu hauen und überhaupt, einfach im Recht zu sein und dies unter allen Umständen klarzustellen, koste es, was es wolle. Und sie lassen sich nicht davon abbringen.
Frauen hingegen finden meistens, dass man erst einmal verstehen sollte. Reden sollte. Alle Gesichtspunkte bedenken sollte und vor allem die Unschuldigen schützen sollte. Nicht klein beigeben! Aber auch nicht mit der Tür ins Haus fallen. Und Frauen, die eher den männlichen Ansatz bevorzugen, stehen der "weicheren" Seite weitaus offener gegenüber.
Meiner Meinung nach, wir es Frieden nur durch gegenseitiges Verstehen und liebevolles Aufeinanderzugehen geben. Und das sind eindeutig weibliches Attribute. Doch auch Männer können diese Attribute haben! Oder Frauen diese eben nicht...
Deswegen stimmt es eigentlich nicht, dass wenn Frauen regieren würden, die Welt ein besserer Ort wäre.
Aber es stimmt, dass wenn mehr Menschen oben genannte Attribute hätten - vor allem unsere in der Mehrheit männlichen Regenten - dann wäre die Welt eindeutig ein besserer Ort.
Es braucht nicht Frauen, die sich wie Männer aufführen müssen, um etwas zu erreichen. Es braucht Frauen, die sich wie Frauen verhalten und genau diese Eigenschaften in die Welt hinaustragen.
Denn eine Frau, die keine Rücksicht auf andere nimmt ist kein Stück besser als ein Mann, der dies nicht tut. Eine Frau, die einen Krieg befiehlt, ist nicht besser als ein Mann der Gleiches tut.
Mein Fazit, seit jeher ist es: "Put a little love in your heart and the world will be a better place"
(Song von 1968, Jackie DeShannon und 1988 Annie Lennox und Al Green)
Hier geht's zum Auslöser für diesen langen Post. Die BBC Reportage, leider nur in Englisch!
BBC Reportage in Englisch
Danke für's Lesen!
Eure Meinung hierzu ist gern gesehen ;)
Liebe Grüße
Sam
15.04.2013
Seiten Update: Charaktere
Nun gibt es endlich die Charakter-Beschreibungen der zwei Seiten Darsteller zu lesen!
Schaut es Euch an.
Kennt Ihr schon alle?
Fehlt noch jemand?
Jemand falsch dargestellt?
Was meint Ihr?
http://diezweiseiten.blogspot.de/p/charaktere.html
Viele Grüße
Sam
Schaut es Euch an.
Kennt Ihr schon alle?
Fehlt noch jemand?
Jemand falsch dargestellt?
Was meint Ihr?
http://diezweiseiten.blogspot.de/p/charaktere.html
Viele Grüße
Sam
25.01.2013
Neues auf deviantART
deviantART-Update:
Diesmal habe ich die Adventskalender-Story hochgeladen.
Für alle, die sie in ihrer Gesamtheit lesen wollen:
Adventskalender Märchen auf deviantART
Grüße
Sam
Diesmal habe ich die Adventskalender-Story hochgeladen.
Für alle, die sie in ihrer Gesamtheit lesen wollen:
Adventskalender Märchen auf deviantART
Grüße
Sam
23.01.2013
Neues auf deviantART
Hier meine neueste Deviation.
Ist die kurze Szene, von dem Blog-Eintrag von Dennis Geburtstag.
"Für meinen Schatz" auf deviantART
Viele Grüße
Sam
Ist die kurze Szene, von dem Blog-Eintrag von Dennis Geburtstag.
"Für meinen Schatz" auf deviantART
Viele Grüße
Sam
24.12.2012
24. Türchen
24.12.2012
The End...
Frohe Weihnachten an alle und vielen lieben Dank für's Lesen! :)
Das allein war Felines Glück. Mit einem Mal ließ der König von ihr ab. Sein Schwert fiel mit einem lauten Klirren zu Boden und er stürzte sorgenvoll zur Königin. Zurück blieb eine stark blutende, keuchende Feline, aus deren Brust ein grelles, gelbliches Leuchten drang. Das Atmen fiel ihr schwer und das Gefühl von Ohnmacht übernahm langsam besitzt über ihr Bewusstsein.
Nur am Rande bekam sie mit, wie Cadogan seine Geliebte besorgt in die Arme nahm. In dem Moment, als er seine Lippen auf die ihren presste, explodierte die ätherische Welt in einem strahlenden Blitz aus Energie. Ein ohrenbetäubender Knall riss alles um Feline herum in Stücke. Mit letzter Kraft bäumte die Magierin sich auf, griff vor sich ins Leere, in der Hoffnung Halt zu finden in einer Welt, die um sie herum aufgehört hatte, zu existieren. Dann verließen auch sie die Kräfte. Sie sank zurück auf den warmen, weichen Boden, der sie festumschlungen hielt. Er roch wunderbar vertraut und das herrliche Gefühl von Sicherheit überkam jede Faser ihres Körpers.
‚Boden?‘ Feline blinzelte verwirrt. Es dauerte einige Sekunden, bis sie die Person vor sich fokussieren konnte. Fürsorgliche, rote Augen in einem markanten, männlichen Gesicht umrandet von langen, weißen Haaren, betrachteten sie.
„Hey, da bist du ja wieder“, sprach Damien sanft zu ihr. „Wir haben uns Sorgen gemacht...“
„Damien... Was... was ist passiert?“
„Wir haben gerade fröhlich alte Märchen zum Besten gegeben, als du plötzlich ohnmächtig geworden bist. Die Übelkeit der letzten Tage hat dich wohl mehr geschwächt, als ich dachte...“
Langsam kamen Felines Erinnerungen zurück. „Damien...“ Sie fiel ihrem Liebsten um den Hals und drückte ihn fest an sich. „Oh Damien... Lass mich nie wieder los, bitte. Versprich mir, dass du mir immer zuhören wirst und versprich mir, dass wir uns gegenseitig immer an erster Stelle sein werden...“
Verwundert über ihren Ausbruch erwiderte der Takatur die Umarmung seiner Liebsten. „Nichts wird mich je daran hindern können, das verspreche ich... Aber Feline... bist du in Ordnung?“
Als Reaktion bekam er nur ein Nicken und eine noch festere Umarmung. Velvet war wieder zu Hause, in ihrer Welt, bei ihrem Liebsten und bei ihren Freunden. Und alle lebten! Alle waren wohlauf. Moment... bedeutete das...? Wenn das Orakel recht gehabt hatte, dann musste es bedeuten, dass auch die ätherische Welt überlebt hatte. War am Ende doch alles gut ausgegangen? Hat das Königspaar seine Liebe wiedergefunden? Andererseits... vielleicht war auch alles nur ein Traum während ihrer Ohnmacht gewesen. Vielleicht war das alles nicht wirklich gewesen.
Sie beschloss, sich zuerst einmal zu erholen und mit den anderen weiterzufeiern. Denn es war die Zeit des Jahres, in der hier im Norden viele Dankbarkeits-Feste stattfanden. Und heute hatten sich die Freunde zu einem gemütlichen Beisammensein in Geralts Stube versammelt, weitab vom Trubel.
„Kleines, du hast mich ganz schön erschreckt...“, prostete Nugget ihr zu, während er von Namia in die Rippen geboxt wurde.
„Mach ihr nicht noch ein schlechtes Gewissen du Ochse!“, fauchte sie ihn an, gab ihm aber sofort danach einen dicken Kuss auf die Wange.
Finn und Yashira saßen eng umschlungen vor dem Kamin. Beide sahen glücklich aus und die kleine Heilerin hatte wie immer einen schüchternen, rötlichen Schimmer auf ihren Wangen liegen.
Samira saß neben Geralt, der ihr eine Strähne ihres wunderschönen, goldbraunen Haares aus dem lächelnden Gesicht strich. „Wir sind froh, dass es dir wieder gut geht. Hier, trink etwas Tee.“ Sie reichte Velvet eine Tasse.
„Danke Samira. Leute, ich muss euch erzählen, was ich gerade geträumt habe...“ Feline richtete sich auf, nahm den Tee entgegen und lehnte sich an Damien.
Gespannt lauschten die Freunde auf. „Ein neues Märchen! Welch passende Zeit des Jahres dafür! Eure Hoheit, ich bin ganz Ohr. Ein Barde ist immer auf der Suche nach einer außerordentlichen Geschichte“, bemerkte Geralt mit einem breiten Grinsen und einem mysteriösen Funkeln in den klaren, grünen Augen.
The End...
Frohe Weihnachten an alle und vielen lieben Dank für's Lesen! :)
23.12.2012
23. Türchen
23.12.2012
Felines Blick traf die tief grünen Augen des Katers, die
geheimnisvoll aufblitzten. Mit einem breiten, menschlichen Grinsen saß er neben
einem der ätherischen Obstbäumchen und fing an sich genüsslich seine Pfote zu
schlecken.
Plötzlich lief die ganze Welt in Zeitlupe ab.
Der Kater ließ endlos langsam seine Pfote sinken, während er
seinen Kopf drehte, um hinter sich zu schauen. Im selben Moment folgten der
Blick von Feline und der der Königin dem des Tieres. Ihre Pupillen fokussierten
sich und sahen einen hünenhaften Schemen in großen, schweren Schritten auf sich
zukommen. In einer Hand ein gewaltiges Schwert tragend und in der anderen eine
kleine, sich windende Gestalt.
„Kleeeeeiiineeeeees, laaaaaaaauuuuuft.....!“, hallte die
dumpf-kreischende Stimme Eurigs durch die Luft. Es wirkte wie eine Ewigkeit,
die Feline brauchte, um sich bewusst zu machen, was hier gerade geschah. Sollte
Cadogan sie angreifen und war er auch nur etwas wie Damien, hatte nun ihr
letztes Stündchen geschlagen. Aus reinem Impuls heraus, ohne dabei an die
Konsequenzen zu denken, reagierte sie. Sie stand auf, riss die Königin mit
sich, zog zur gleichen Zeit ihren Dolch und wirbelte herum, sodass sie nun
hinter der schönen Frau stand, ihre Waffe an deren Hals gepresst.
„Ah“, stöhnte die Königin unter dem Druck der Klinge und
Felines Griff, woraufhin das Glühen in den Augen des Herannahenden blendend
grell aufleuchtete.
‚Bei den Göttern, was tu ich hier bloß?!‘ Genau mit diesem
Gedanken breitete sich ein Entsetzen in Felines Gesicht aus, als sie mit ansehen
musste, wie der entrüstete König - immer noch wie in Zeitlupe - sein Schwert
erhob, den kleinen Gnom achtlos von sich schleuderte und dazu ansetzte, sich
auf die Magierin zu stürzen.
„WRRRRRAAAH!!!“ Cadogan war nur noch wenige Schritte von
ihnen entfernt, als er einen Blut gefrierenden Kampfschrei ausstieß. Feline
stockte der Atem und panikhaft wurde ihr bewusst, dass sie keine Chance haben
würde. Sie konnte ja ihre Magie nicht einsetzen! Und ohne Magie war sie Damien
handfest unterlegen.
Sie kam nicht dazu, sich einen neuen Plan zu überlegen. Als
Cadogan nur mehr einen Schritt von ihr entfernt war, begann der Boden diesmal
heftig zu beben. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und der König hatte sie
überwältigt, lag über ihr, seine scharfe, ätherische Klinge fest an ihren Hals
gepresst. Feline spürte einen schneidenden Schmerz, dann floss das erste Blut. „Hnnngh...“
Sie konnte kaum atmen und starrte direkt in die zornerfüllten, rot glühenden
Augen des Königs.
‚Damien...‘, ging es ihr durch den Kopf. ‚Du... würdest mir
nie etwas tun...‘ Doch dies war nicht Damien. Und Feline nicht die Frau, die er
liebte. Dies war Cadogan, der Herrscher über Nimue, der seine Königin
beschützen würde, komme was wolle... ‚Beschützen...‘ Feline überkam die
Erkenntnis, wie ein Schwall gleißender Energie. Diese Welt war all die Jahre so
friedlich und frei von Gefahren, so eingespielt und geregelt, dass der König
gar nicht daran gedacht hatte, für seine Liebe kämpfen zu müssen. Er hatte
schlicht verlernt, was es hieß zu beschützen. Ihrer beider Glück war vollkommen
gewesen und ihre gemeinsame Aufgabe war das Regieren von Nimue gewesen. Und
dabei hatten sie sich selbst verloren. Feline wollte sich dem König mitteilen,
ihm von ihrer Erkenntnis erzählen, doch je mehr sie sich wand, desto tiefer
drang die Klinge in ihre Haut. Es war zu spät, nichts konnte sie jetzt mehr
tun.
„Wer die Frau, die ich liebe bedroht, ist des Todes!“, donnerte
der König und setzte dazu an, den finalen Schnitt zu tun.
„Cado...“ Die Königin kämpfe mit der Ohnmacht. Jegliche
Farbe war aus ihrem Gesicht gewichen, jegliche Freude und jegliche Hoffnung. Die
Welt um sie herum begann, sich in einem markerschütternden Grollen aufzulösen.
Je weniger Kraft die Königin hatte, desto weniger Kraft hatte diese Welt.
Erschöpft sank die Schöne zu Boden, während letzte, stumme Tränen ihre zarten
Wangen hinabliefen.
...
22.12.2012
22. Türchen
22.12.2012
...
Die Königin erzählte Feline mit tränenerfüllten, doch glänzenden
Augen von dem Tag, an dem sie den falschen Damien das erste Mal getroffen
hatte. Damals, vor vielen, vielen Jahren, er war noch ein Prinz gewesen, hatte
er ihr das Leben gerettet. Beim Spazieren gehen wäre sie aus Unachtsamkeit fast
einen Hang hinuntergestürzt, doch Prinz Cadogan war wie aus dem Nichts
erschienen, wie ein Schutzgeist, und hielt ihre Hand fest, bevor der Abgrund
sie verschlingen konnte. Seit diesem Tage an, waren sie beide unzertrennlich.
Wie Feline erfuhr, wechselten in dieser Welt die Herrscher
nicht, wenn der Amtierende verstarb, sondern dann, wenn der Nachfolger dazu
bereit war, das Amt zu übernehmen. Dies war der Fall, wenn er die Liebe seines
Lebens gefunden hatte. Denn nur die eine, richtige Königin konnte das Reich in
seinen Fugen halten. Die komplizierten, magischen Prinzipien die dem zugrunde
lagen, verstand Feline nicht so ganz. Wichtig war nur, dass diese Welt mit dem
Glück ihrer Königin lebte und auch starb. Und als Prinz Cadogan um ihre Hand
anhielt und sie zur Königin machte, war sie die glücklichste Frau, die das
Reich jemals gesehen hatte.
Alles war perfekt gewesen. Wie im Märchen. Weder hatte es
Probleme gegeben, noch Meinungsverschiedenheiten oder Streit. Gemeinsam
regierten sie das Reich, das aufblühte und stetig wuchs. Auf magischem Wege,
nicht auf kriegerischem Wege! Die Dinge waren hier nun einmal anders.
Doch je größer die Welt wurde, desto mehr Aufgaben hatten
sie zu erfüllen. Besonders der König. Bald schon nahm ihn seine Arbeit so sehr
ein, dass kaum noch Zeit für Zweisamkeit blieb. Und in der wenigen Zeit, die
sie zusammen hatten, wollte Cadogan nur noch die Ruhe nachholen, die ihm sonst
nicht gegönnt war.
Anfangs war die Königin unheimlich stolz auf ihren König.
Auf seine Gewissenhaftigkeit, sein Verantwortungsgefühl und seine Aufopferung
für das Volk. Wo sie nur konnte, unterstützte sie ihn. Ließ ihn schlafen, ließ
ihn arbeiten und versuchte, ihm die beste Frau zu sein, die ein Mann sich
wünschen konnte.
Doch irgendwann, es dauerte eine lange Zeit, bemerkte sie, dass
sich ihr Innerstes leer anfühlte. Etwas fehlte, etwas war nicht mehr da. Das
Glücklichsein, die tiefe Zufriedenheit bröckelte nach und nach von ihr ab, und
bevor sie sich versah, befand sie sich in einem Zustand, dem sie nicht mehr
entrinnen konnte. Oft hatte sie probiert mit Cadogan darüber zu reden. Und er
hatte ihr auch zugehört, doch jedes Mal erklärt, warum er nicht anders könne,
als seinen Aufgaben nachzukommen. Verständnisvoll wie sie war, gab sie sich
damit zufrieden. Denn er hatte ja recht... Wer, wenn nicht er, solle das Reich
führen? Es ging nicht anders. Sie musste damit leben.
Und so zog sich ihr Leben weitere Jahre hin, ohne dass sich
etwas besserte. Im Gegenteil: je betrübter die Königin wurde, desto mehr
Probleme im Land gab es zu lösen und desto mehr musste der König arbeiten.
Immer vertiefter, immer fanatischer wurde er, bis er bald gar nicht mehr lachen
konnte, nicht mehr loslassen konnte. Er wurde verbissen und die einstige Liebe
zwischen den beiden war nur mehr als ein Glimmen, das jederzeit drohte zu
ersticken.
Feline lauschte der Geschichte bedrückt. Sie verstand die
Königin und wollte sich gar nicht ausmalen, wie sie sich fühlen würde, würde es
einmal zwischen Damien und ihr so... enden. Was sollten sie nur tun?
„Er fehlt mir so sehr...“ Die Königin hielt sich, wie von
Schmerzen, die Brust und Feline meinte, ein Beben unter ihren Füßen zu spüren. Nur
Einbildung oder ein weiteres Zeichen für das nahende Ende?
„Es geht schon wieder, danke Feline.“ Dann lief ein Lächeln
über das verweinte Gesicht der schönen Frau und sie nickte mit dem Kopf
Richtung der Obstbäume: „Genau so eine schwarze Katze sah ich an dem Tag, an
dem ich Cadogan das erste Mal traf...“...
21.12.2012
21. Türchen
21.12.2012
Etwas verlegen trat Feline aus ihrer Deckung. „Woher wusstet
Ihr es?“
„‘Es tut mir leid... Ich liebe Dich...‘“, zitierte die
Königin fast spottend. „Er schreibt mir schon lange nicht mehr solche Worte...“
Obwohl sie die Magierin mit hartem, strengen Blick musterte, klang ihre Stimme
traurig und schwach.
„Dennoch seid Ihr hergekommen...“, erwiderte Feline
forschend und heilfroh, dass ihr Plan dennoch funktioniert hatte.
„Was wollt Ihr?“
Um ehrlich zu sein, war das eine gute Frage. So wirklich war
dies Feline selbst nicht klar. Und nun, da die anmutige Herrscherin dieser
eigenartigen Welt vor ihr stand, überkam die junge Frau ein Schwall Emotionen.
Darunter auch eine Art Eifersucht. Diese Frau war so wunderschön. Hochgewachsen,
grazil und ihre Ausstrahlung war unbeschreiblich. Sie war wie ein Schwan aus
einem Märchen und Feline dagegen das kleine, hässliche Entlein. Jeder Mann
würde sie ihr wohl vorziehen. Doch das Schlimmste war... sie war mit Damien zusammen!
Auch wenn es nicht der Echte war...
„Sprecht, oder ich lasse die Wachen rufen“, riss die Königin
Feline aus ihren Gedanken.
„Verzeiht“, die Magierin machte einen höfischen Knicks. „Eure
Hoheit, verzeiht meine Unhöflichkeit. Ich bin Feline aus... Ich komme nicht von
hier. Eurig hat mich geholt, weil er glaubt, ich könne Euch helfen.“ Wie üblich
hatte sie sich dazu entschieden, es mit Offenheit zu versuchen. Im Zweifelsfall
war dies immer der richtige Weg.
„Eurig... Feline, schön Euch kennenzulernen. Und ich danke
Euch für Eure Sorge, doch leider muss Euch mitteilen, dass Ihr umsonst gekommen
seid.“ Sie sah in den Himmel, zu dem sich auflösenden Mond. „Ich fürchte, es
ist zu spät...“
Die Magierin betrachtete die Schöne mit gerunzelter Stirn. „Es
ist nie zu spät. Bitte. Das Orakel hat mir alles erzählt. Wenn diese Welt
untergeht, wird die meine höchstwahrscheinlich mit untergehen. Lasst es uns
wenigstens versuchen.“
Zu ihrem Verdruss schüttelte die Königin kraftlos den Kopf: „Er
wird sich nicht ändern. Er ist, wie er ist. Und ich bin, wie ich bin. Ich hätte
es kommen sehen müssen. Aber... ich war verliebt...“
„Dann war meine Vermutung richtig.“ Feline schluckte und verdrängte
den Gedanken an Damien. „Ihr sehnt Euch nach ihm und seiner Zuneigung?“
Die Königin lachte auf. „Welche Frau sehnt sich nicht nach
diesen Dingen?“ Sie setzte sich schwermütig auf eine Bank im kleinen Pavillon
und stützte ihren Kopf in die Hände. Ein gutes Zeichen, wie Feline fand, denn
das sich Öffnen war der erste Schritt zum Finden einer Lösung. Sie hatte schon
jeden geknackt! Und so setzte sie sich neben die Königin, um sie zu trösten,
mit ihr zu reden und in der Hoffnung, gemeinsam mit ihr die nächsten Schritte
zu planen.
Eurig indes, hatte es vor Neugierde nicht mehr ausgehalten
und war gerade dabei, bis auf Hörweite zu den beiden Frauen heranzuschleichen.
Leise setzte er einen kleinen Fuß vor den anderen, als plötzlich ein mächtiges,
ätherisch-glühendes Schwert so dicht vor ihm in den Boden gerammt wurde, dass er
dabei einige krause Haarsträhnen ließ. Wie erstarrt blieb er stehen, während
eine eisige und sich nur mühsam beherrschende Stimme zu ihm sprach: „Wo... sind...
sie...?!“
...
20.12.2012
20. Türchen
20.12.2012
Es war ungewöhnlich einfach und ungefährlich, sich in die inneren Palastgärten zu schleichen. Zwar waren an allen wichtigen Durchgängen Wachen postiert, doch Patrouillen gab es keine. Und so konnten sich Feline und Eurig mit Hilfe von Aiman einen Weg über die königlichen Mauern suchen. In dieser Welt machte man sich scheinbar keine großen Sorgen, dass etwas passierte oder jemand angreifen würde. Eigenartig, fand Feline.
„Eurig, Ihr bleibt genau hier. Ihr schleicht Euch nicht näher, um zuzuhören, verstanden? Und ganz wichtig... warnt, wenn sich jemand nähert“, trichterte Feline dem kleinen, zerzausten Gnom ein und fühlte sich unwillkürlich an sich selbst erinnert. Sie hatte nie auf Damien gehört, wenn er ihr sagte, sie solle ihm nicht folgen.
„Aber natürlich! Ich weiß, ob der Wichtigkeit, Mylady“, versicherte Eurig. Der kleine Junge Aiman war an der Mauer geblieben, um dort schmiere zu stehen. Und um sicherzustellen, dass niemand den Fluchtweg - einige Kisten entlang der ätherischen Wand - wegschaffte. Wer wusste, ob heute alles gut gehen würde.
Mit einem kurzen Nicken und einem letzten Blick auf das Männchen, schlich sich Feline nun weiter, zum verabredeten Platz. Einem kleinen, ätherischen Pavillon in einem idyllischen, ätherischen Obstgärtchen. Dort versteckte sie sich hinter einem Gebüsch und wartete unruhig.
Als Feline die Spannung fast nicht mehr aushielt, war es endlich so weit. Anmutig schritt die Königin zwischen den Bäumen entlang, auf das Häuschen zu. Sie trug einen schweren, dunklen Überwurf mit Kapuze, darunter ein samtenes, blutrotes Kleid und lange Handschuhe. Wie Feline erwartet hatte, war sie alleine gekommen. Der Magierin fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Was gewesen wäre, wenn ihr Plan nicht aufgegangen wäre, wollte sie sich gar nicht ausmalen. Sie seufzte tief und wohl auch gut hörbar.
„Kommt heraus, ich weiß, dass die Nachricht nicht von ihm war...“
...19.12.2012
19. Türchen
19.12.2012
„Und du meinst, es wird kein Problem in den Palastgarten zu gelangen, Aiman?“, fragte Feline den kleinen, rothaarigen und äußerst frech aussehenden kleinen Jungen.
„Ach bezaubernde Dame, lasst das meine Sorge sein! Ich weiß, was ich tue. Wir müssen nur die Wachablöse abwarten. Das wird kein Problem!“
„Na gut. Es ist wichtig, dass uns niemand stört. Und ich möchte auch nicht, dass ihr beide anwesend seid, wenn ich die Königin treffe.“ Eurig wollte aufbegehren und die Magierin beeilte sich mit ihrer Erklärung: „Es wird schon schwer genug, sie dazu zu bringen sich einer Person anzuvertrauen... Bei Dreien stehen die Chancen gleich null. Außerdem brauche ich Euch, um Wache zu stehen. Niemand darf uns stören, verstanden?“
„Ja, schon gut. Ihr habt recht. Aber sagt, wie genau wollt Ihr auf diese Weise unsere Welt retten? Nur reden wird nicht viel nutzen, befürchte ich... Die Königin hat durchaus Berater, die ihr zur Seite stehen! Aber nichts hat genutzt... Es müsste einen Zauber geben, eine Medizin, die Ihr ihr einflößen könntet, die sie mit einem Schlag glücklich macht!“
„Eurig... Wahres Glück kann man nicht mit Magie oder gar Medizin erlangen. Und nichts anderes als wahres Glück wird Eure... unsere... die Welt retten.“ Feline blickte in den Himmel, wo sich der riesige Mond dieses ätherischen Reichs bereits langsam zeigte. Erst jetzt bemerkte sie, dass es so aussah, als bröckele er an einer Stelle ab. Kleine und große Bruchstücke ragten aus ihm heraus, tief ins All. Ein beeindruckendes und sogleich beängstigendes Schauspiel. „Es ist soweit...“, hauchte die Magierin.
„Hmhm...“, stimmten die anderen beiden ihr verdrießlich zu.
„Warum scheint hier niemand wirklich besorgt darum?“ Das hatte sich Feline von Anfang an gefragt. „In unserer Welt würde wohlmöglich jeder in Panik geraten. Nicht, dass es etwas nützen würde... Aber hier geht jeder seinem gewohnten Alltag nach. Warum?“
„Wer weiß das schon... Ich glaube, sie haben wie die Königin, ihren Glauben und alle Hoffnung verloren und ergeben sich dem Unausweichlichen...“ Eurig klang so traurig, dass es Feline fast das Herz zerriss.
Umso entschlossener wurde sie nun, ihre Mission zu erfüllen. „Kommt. Und lasst uns zu den Göttern beten, dass nichts dazwischen kommt...“
...
18.12.2012
18. Türchen
18.12.2012
Die wunderschöne, goldbraune Katze schlenderte grazil durch den Palastgarten in Richtung Atrium. An ihrem samtenen, roten Halsband baumelte das kleine Schriftröllchen, das Feline für die Königin geschrieben hatte. Sie hatte dem klugen Tier eindrücklich erklärt, dass diese Nachricht für niemand anderen als die Königin bestimmt sei und sie müsse sie vor heute Abend noch erreichen. Als sie sicher gewesen war, dass Marisa verstanden hatte, hatte sie sie losgeschickt, während Eurig, Aiman und sie sich auf das geheime Treffen vorbereiteten.
Marisa war gerade an einem großen, ätherischen Hibiskusstrauch vorbei spaziert, als sie plötzlich fauchend zur Seite sprang, ihr Fell bis zum letzten Haar gesträubt.
„Miau...“, machte es vor ihr und große, grüne Augen musterten sie interessiert. Der seltsam menschliche, schwarze Kater stand vor ihr und versperrte ihr den Weg. „Miau...“, machte er wieder.
„Miau...“
Was dann folgte, war wohl eine Art kurzes Katzengespräch, das damit endete, dass der Kater sein verwegenes Grinsen aufsetzte und sich Marisa schnurrend an ihn schmiegte.
Mit einem weiteren ‚Miau‘ lief das wunderschöne Tier nun schnurstracks in den Palast, vorbei an den sie freundlich grüßenden Wachen, hinauf in die Gemächer der Königin.
Der Kater jedoch blickte ihr mit einem mysteriösen Funkeln in den Augen hinterher. Und als sie außer Sicht gelaufen war, setzte er sich gewohnt gemächlich ebenfalls in Bewegung.
Er musste nur zwei Mauern und ein Dach überqueren, um in den Versammlungsraum zu gelangen, wo der König eine seiner zahlreichen Besprechungen abhielt.
„Miau!“, machte er diesmal laut genug, dass der König ihn hörte.
...17.12.2012
17. Türchen
17.12.2012
...
„Ach Eurig, du bist nur neidisch auf mich! Weil die Katze
dich, alten Greis, nicht ausstehen kann, aber dafür mich umso mehr!“ Der Junge
fuhr mit seiner Hand liebevoll durch das Fell des Tieres, welches sich nun
schnurrend an ihn schmiegte. „Ja, du hast eine gute Menschenkenntnis, Marisa“,
sprach er sie dann an, woraufhin sie scheinbar bestätigend miaute.
„Ach, wen interessiert dieses flohverseuchte Vieh!“ Für
diese Aussage erntete er ein Fauchen der Katze. „Die Königin hält große Stücke
auf mich! Sie ist nur... zurzeit nicht so gut gelaunt, das ist wohlbekannt!“
Feline wollte den beiden Streithähnen nicht weiter zuhören: „Eure
Welt ist am Untergehen und ihr streitet euch wegen einer einfachen Katze... Ihr
spinnt doch!“, rief sie verständnislos aus. Mit einem Mal war Ruhe und die
beiden anderen starrten sie entsetzt an. „Hm, was ist jetzt schon wieder?“
„Eine einfache Katze?!“, ereiferte sich Eurig.
„Marisa ist doch keine einfache Katze!“, stieg Aiman mit
ein.
„Ah ja.“
Endlich begann Aiman Feline aufzuklären: „Marisa ist die Katze
der Königin! Und ich passe auf sie auf und versorge und pflege sie und gehe mit
ihr spazieren.“
„Oder lümmelst faul auf einigen Kisten herum...“, konnte
Eurig sich nicht verkneifen.
„Jaja... Jedenfalls liebt die Königin diese Katze. Ich
glaube...“, Aiman machte eine nachdenkliche Pause. „Ich glaube, weil der König
ihr diese zu ihrer Hochzeit geschenkt hat“, fügte er dann betrübt hinzu.
„Jetzt verstehe ich...“ Eine Idee machte sich Felines Kopf
breit. „Meinst du, es ist möglich, eine Nachricht für die Königin an Marisas
Halsband zu befestigen?“
„Hm, ja, das ginge sicher. Aber ich könnte der Königin auch
einfach sagen, Ihr wollt mir ihr sprechen.“
„Gut möglich. Aber ich glaube, ich habe einen Plan...“
...
16.12.2012
16. Türchen
16.12.2012
...
Feline entfuhr ein tiefer Seufzer: „Bei den Göttern, Eurig... Ihr habt so viel Taktgefühl, wie ein Ochse in der Brunftzeit... Entschuldigt Euch bei dem Kleinen!“
Der Junge war aufgesprungen, hielt eine der Kisten als Schutz vor sich, während seine Katze neben ihm das wunderschöne Fell gesträubt hatte und wütend fauchte. Die Magierin musste sich ein Kichern verkneifen. Der Anblick war zu süß. Das rothaarige Kind hatte freche Sommersprossen im Gesicht und wache, scharfsinnige Augen. Und die Katze mit ihrem glänzenden, goldbraunen Pelz wirkte stolz und anmutig. Und mutig, wie sie ihren kleinen Freund zu schützen versuchte. Eine verrückte Welt, in die Feline hier geraten war!
„Eurig, verdammt! Ich sollte dich vom König vierteilen lassen. Immer dasselbe mit dir! Verdammt...“ Zu Felines Erstaunen, fing der eben noch so friedlich schlafende Junge laut an zu fluchen. Die Furcht war vollends verflogen.
„Ach Aiman, stell dich nicht so an. Wir haben keine Zeit, ich mache es kurz. Darf ich vorstellen, Feline. Feline, das ist Aiman. Und sein gemeingefährliches Katzenvieh, dessen Namen ich vergessen habe. Unwichtig. Aiman, wir müssen mit der Königin reden! Dringend!“
„Ich bezweifle, dass die Königin mit dir reden will, du Winzling. Denk an das letzte Mal...“ Der Kleine schüttelte den Kopf, dann betrachtete er Feline und nickte ihr zu.
„Hallo Aiman. Ich entschuldige mich für Eurigs Unhöflichkeit. Aber ich hoffe, du kannst uns trotzdem helfen. Wir haben nicht viel Zeit und ich...“, die Magierin blickte kurz zu dem Gnom, „ich muss mit der Königin sprechen.“
„Da seid Ihr bei mir genau richtig Mylady! Denn Ihr müsst wissen... niemandem vertraut sie so wie mir. Ich bin ihr höchstpersönlicher Diener und verkehre mit ihr in den höchsten Kreisen!“
„Deswegen schläfst du auch immer hier draußen...“, mischte sich der verstimmte Eurig ein und wurde sofort von Feline zurechtgewiesen.
„Dann erzähl mal, wie meinst du, können wir es anstellen?“
...
15.12.2012
15. Türchen
15.12.2012
„Vergesst nicht, was Ihr soeben gehört habt, ist nicht für andere Ohren, als die Euren bestimmt...“, hatte die knurrende Stimme des Orakels ihnen mit auf den Weg gegeben.
Feline wusste nun genau, was sie zu tun hatte. Dennoch fühlten sich ihre Knie immer noch ganz weich an. Die neuen Eindrücke musste sie erst einmal verdauen. Selbst wenn dies hier ein Traum sein sollte, war alles viel zu real. Genau das war der Grund, warum sie bereit war, alles dafür zu geben, um diesen Menschen - oder Wesen - hier, zu helfen. War auch nur ein Fünkchen Wahrheit daran, was das Orakel gesagt hatte, war Felines eigene Welt genauso in Gefahr, wie diese.
„Eurig, ich muss unbedingt mit der Königin reden. Habt Ihr eine Idee, wie ich das anstellen kann?“, fragte sie, als die beiden wieder in der ätherischen Stadt angekommen waren.
„Lasst das nur meine Sorge sein. Ich bin ein gern gesehener Gast im Palast!“
„Das sah vorhin aber ganz anders aus...“, entgegnete Feline skeptisch.
„Ach was Kleines... Lasst mich nur machen! Kommt mit!“ Wieder zog der Gnom die Magierin an der Hand mit sich durch den magischen Gebäudewald. Feline erkannte, dass er auf den Palast zuhielt, und wollte protestieren. Sie konnten unmöglich einfach hineingehen und um Audienz bei der Königin bitten! Zum Glück bog er im letzten Moment in eine kleine Seitenstraße ein, die ganz und gar nicht königlich anmutete. Trotz der grellen Magie schien es hier dunkel und beengt. Die Wände der nebenstehenden Häuser waren so hoch, dass man den Himmel kaum sehen konnte und Feline und Eurig konnten gerade so nebeneinander gehen.
Einige Meter vor ihnen, auf ein paar Holzkisten liegend, schien jemand zu schlafen. Als sie näher kamen erkannte Feline, dass es ein rothaariger Junge war. Er hatte eine braun-goldene Katze im Arm. Wie friedlich sie aussahen.
Bis Eurigs Geplärre dem idyllischen Bild je ein Ende bereitete: „Aiman, wach auf du Schlafmütze, dir geht es wohl zu gut!“
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14.12.2012
14. Türchen
14.12.2012
„He, altes Haus, schaut, wen ich mitgebracht habe!“, platzte Eurig wenig dezent heraus.
Feline stieß ihn halbherzig mit dem Fuß an, zum Zeichen, er solle sich benehmen, doch sie konnte ihren Blick nicht von der Gestalt vor sich nehmen. Sie war eindeutig männlich, von drahtiger Statur, nicht allzu hoch gewachsen. Ihre agilen Bewegungen ließen die weißen, seidenen Bänder, die um ihren Körper geschlungen waren, lautlos und elegant umherwehen. Genau wie die weißblonden, langen Haarsträhnen, die zwischen dem sonst so dunklen Schopf herausragten. Doch das, was Feline wirklich verwunderte war das Gesicht. Es kam ihr, wie vieles in dieser Welt, unendlich bekannt vor. Es war maskulin markant, aber gleichzeitig dank, der strahlenden Alabaster Haut, weiblich sanft. Und die Augen... eines davon war katzenhaft, stechend und durchbohrte Feline regelrecht. Das andere hingegen war liebevoll, fürsorglich und überschwemmte die Magierin mit einem Gefühl der Behaglichkeit. Wie verwirrend... wie vertraut.
„Da seid Ihr endlich V-e-l-v-e-t...“, wisperte die weibliche Stimme und das Orakel lächelte sie fast zärtlich an. „Wir schulden Euch eine Erklärung, verzeiht.“ Die Gestalt bewegte ihre Hand und schon bildete sich eine Art Bank aus den Ästen, weich gepolstert durch die Blätter. „Nehmt Platz.“
Der Gnom und die Magierin setzten sich und warteten gespannt darauf, was das Orakel ihnen erzählen würde.
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13.12.2012
13. Türchen
13.12.2012
Es war wie in einem tiefen, undurchdringbaren Wald. Nichts von der ätherischen Welt war mehr zu sehen. Allgegenwärtig war nur ein Gewirr an Blättern und Ästen, die sich von der Decke bis zum Boden erstreckten. Vögel sangen, Kleintiere raschelten und eine angenehm warme Brise ließ das Grün um Feline und Eurig sich kräuseln.
Waren sie noch in der ätherischen Welt oder war der Tempel ein Tor in eine andere? Vielleicht zurück in der ‚wirklichen‘ Welt? Feline konnte es nicht sagen.
„Oraaaaaaakel??!!“, kreischte der Gnom so plötzlich, dass die Magierin erschrak.
„Hey, sollten wir nicht ein bisschen... höflicher sein? Ich dachte, Orakel hätten einen gewissen Status... Ihr wisst schon“, flüsterte sie peinlich berührt.
„Ach was, das war doch nicht unhöflich! Ich...“
„Eurig...“, wurde das Männchen von einer knurrenden, männlichen Stimme unterbrochen, die von überall her aus dem seltsamen Wald zu kommen schien. Feline schloss aus deren Ton, dass sie offenbar wenig begeistert von dem Besuch war. Sie schluckte.
„Wie können wir Euch helfen?“ Diesmal war es eine zarte, weibliche Stimme. Sie klang keineswegs erbost, eher liebevoll.
Dann, wie von Geisterhand, kam Bewegung in die grüne Hölle um die Besucher herum. Die Blätter neigten sich elegant zur Seite und die verzweigten Äste zogen sich raunend zurück. Sie hinterließen eine mannshohe Lücke, die den Blick hinter die hölzerne Wand, in ein schwarzes Nichts, preisgab. Kurz darauf stand das Orakel von Nimue vor ihnen.
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12.12.2012
12. Türchen
12.12.2012
...
Und so machten sich die beiden auf den Weg zum Orakel von
Nimue.
Dessen Tempel lag ein Stück außerhalb der riesigen ätherischen
Stadt, inmitten eines riesigen ätherischen Sees, über den eine lange ätherische
Brücke führte. In dem glitzernden, magischen Wasser schwammen dutzende Fische.
Kleine und große, bunte und einfarbige, reich verzierte und schlichte. Sie alle
folgten der Magierin und dem Gnom, als diese den Weg entlang, zum Tempel
gingen. Sprangen aus dem Wasser, schwammen Kreise und es wirkte, als freuten
sie sich über die Gesellschaft.
Auf Feline machte diese Welt nicht den Eindruck, als stünde
sie kurz vor der Auslöschung. Was ging hier bloß vor sich? Ob das Orakel ihr Aufschluss
geben konnte?
In einigem Abstand hinter dieser ungewöhnlichen Schar,
betraten derweil samtige, schwarze Tatzen den breiten Steg. Lautlos und grazil
schlenderte der Kater an Fischen vorbei, die ihn zu necken schienen, indem sie
ihn mit ihren Hinterflossen versuchten nass zu spritzen.
„Na wartet ihr frechen Dinger“, schnurrte das Tier und
sprang mit einem Satz an den Rand des Wassers, woraufhin die Fische weit
auseinanderstoben, nur um sich dann wieder bei ihm zu sammeln. Dann lief er
gemächlich weiter, in Richtung des Tempeltores, worin die beiden Personen
seines Interesses bereits verschwunden waren.
11.12.2012
11. Türchen
11.12.2012
„Aber das alles ist nun ohnehin egal. Ohne Euch wird es
nicht mehr lange dauern, bis die...“, Eurig hielt inne und begann zu
schluchzen.
„Bis die was?“, fragte Feline einerseits ungeduldig,
andererseits besorgt. Es schien um eine wirklich ernste Sache zu gehen.
„Bis die Königin stirbt. Und wenn sie stirbt, stirbt das
ganze Land mit ihr. Alles wird sich auflösen, nichts wird übrig bleiben. Denn
es gibt keine Nachfolgerin! Die Königin hat keine Kinder bekommen.“ Eurig brach
in Tränen aus. „Weil sie so unglücklich ist!“
Feline legte die Stirn in Falten. Teile des Puzzles in ihrem
Kopf begannen sich zusammenzufügen: Die Frau mit der schwachen Stimme war also
die Königin gewesen. Und Damien... nein Cadogan, war der König. „Warum ist sie
unglücklich?“, fragte die Magierin vorsichtig, obwohl sie schon eine dumpfe
Ahnung hatte.
„Niemand weiß es genau. Es gibt so viele Spekulationen, wie
es Seelen gibt! Aber die Prophezeiung sagt, Ihr wäret die Lösung für alle
Probleme...“
„Probleme können niemals von außen gelöst werden...“ Feline
dachte kurz nach. Ihr Blick lag auf dem kleinen, traurigen Männchen, das wie
ein Häufchen Elend vor ihr saß und vollkommen verzweifelt war. Er kam ihr so
unendlich vertraut vor... Auch wenn sie nicht daran glaubte, die in der
Prophezeiung Erwähnte zu sein, entschloss sie sich zu helfen. Irgendwie. „Aber
wenn es so dringend ist, will ich sehen, was ich tun kann. Lasst es uns
versuchen. Ihr habt etwas von einem Orakel gesagt? Ich möchte mit ihm sprechen,
wenn es geht.“
Eurig sah Feline überrascht an und in seinen sonst so
stechenden Augen machte sich eine warme Dankbarkeit breit.
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